Ein Roundtable in Cash. Extra beleuchtet die Lage der Sachwertbranche – und zeigt, warum Primus Valor gerade jetzt Chancen sieht.
Sachwertmarkt im Wandel: Warum aktuelle Herausforderungen ein Qualitätsmerkmal sein können
In seinem Editorial beschreibt Stefan Löwer, Ressortleiter Sachwertanlagen & Immobilien, ein Bild, das vielen Marktbeobachtern vertraut vorkommt: Ein Bäcker schließt, und obwohl der eigene Bäcker weiterhin zuverlässig arbeitet, schwindet das Vertrauen – allein, weil beide derselben Branche angehören. Dieses Beispiel überträgt Löwer auf den aktuellen Vertrieb von Sachwertanlagen. Fehlentwicklungen einzelner Anbieter werfen Schatten auf die gesamte Branche, obwohl solide Marktteilnehmer – darunter erfahrene Anbieter alternativer Investmentfonds – ihre Produkte erfolgreich und stabil durch anspruchsvolle Marktphasen geführt haben. Die Botschaft: Resilienz und professionelle Aufstellung sind kein Makel, sondern ein Qualitätsmerkmal.
Auf dieser Grundlage diskutierten im Cash.‑Extra‑Roundtable Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Sachwertbranche, darunter Gordon Grundler (Primus Valor), Jörg‑Karsten Hagen (Hanseatisches Fondshaus), Jörg Busboom (Ökorenta) und Klaus Wolfermann (VKS-Verband). Die Runde beleuchtete Marktumfeld, Regulierung, Vertriebssituation und strategische Perspektiven.
Aktuelle Marktlage: stabil, aber verhalten
Gordon Grundler beschreibt die Marktsituation als stabil, jedoch auf insgesamt niedrigem Niveau. Politische Rahmenbedingungen – etwa neue Regelungen im Immobilienbereich – erzeugen aus seiner Sicht zusätzliche Komplexität. Gleichzeitig sieht er Chancen:
- weniger aktive Marktteilnehmer bedeuten weniger Wettbewerb auf der Einkaufsseite
- Verkaufsdruck schafft attraktive Einstiegsmöglichkeiten
- Primus Valor profitiert von der Erfahrung aus früheren Marktphasen mit ähnlichem Umfeld
- langfristiges Denken bleibt entscheidend, da Immobilien keine kurzfristigen Investments sind
Auch Jörg‑Karsten Hagen bestätigt die zweigeteilte Situation: Während Altinvestoren vermehrt aussteigen wollen, suchen viele Anleger stabile, langfristige Lösungen. Die geopolitische Unsicherheit verstärke diesen Trend.
Warum Vertrauen verloren ging – und wie es wieder gestärkt werden kann
Ein zentrales Thema des Roundtables ist die Rolle des Vertriebs. Nach Einschätzung mehrerer Teilnehmer sind viele Vertriebspartner verunsichert – nicht wegen einzelner Produkte, sondern aufgrund früherer Markterfahrungen, die teilweise nicht zur Branche der heutigen AIF‑Anbieter passen.
Gordon Grundler betont:
- Verständliche Kommunikation muss früh ansetzen, bereits im Beratungsgespräch
- Risiken müssen klar benannt werden
- Prognosen müssen realistisch eingeordnet werden
- Proaktive Information in schwierigen Phasen ist notwendig
Maßnahmen wie Webinare, Szenarioanalysen oder das Aussetzen von Auszahlungen zur Sicherung von Liquidität gehören aus seiner Sicht zum verantwortungsvollen Management.
Klaus Wolfermann ergänzt, dass Regulierung zwar vieles verbessert habe, jedoch nicht das Verständnis für Geschäftsmodelle ersetzen kann. Fehlinterpretationen über Risiken seien häufig Ursache von Enttäuschungen.
Immobilienmarkt 2026: keine schnelle Erholung, aber stabile Perspektiven
Auf die Entwicklung der Wohnimmobilienpreise angesprochen, bleibt Grundler realistisch:
Eine Bodenbildung sei erkennbar, kurzfristige Preissteigerungen jedoch aus seiner Sicht nicht zu erwarten. Seine Beobachtung: Die tatsächlichen Preisrückgänge liegen eher bei 20 Prozent, nicht bei den in Statistiken oft genannten niedrigeren Werten.
Gleichzeitig verhindern strukturelle Faktoren einen starken Preisverfall:
- zu wenig Neubau
- wirtschaftlich schwierige Lage vieler Projektentwickler
- anhaltender Angebotsmangel
Ausblick 2026: Investieren mit Disziplin und klarer Strategie
Für Primus Valor bleibt 2026 ein Übergangsjahr. Der Fokus liegt weiterhin auf stabilen, klar strukturierten Wohnimmobilienfonds wie dem „ImmoChance Deutschland 14 Renovation Plus“.
Wesentliche Eckpunkte der Strategie:
- konsequente Ankaufsdisziplin
- langfristige Weiterentwicklung der Objekte
- energetische Verbesserungen zur nachhaltigen Wertschöpfung
- selektives Investieren in ein herausforderndes, aber chancenreiches Marktumfeld